Tipp: Vogelnistkästen!

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Hier lebe und arbeite ich

Wer behauptet, zeichnen ist eine einsame Tätigkeit, der irrt. Es müssen nur die richtigen Kollegen vorhanden sein

Beginnen wir mit Dorá. Im Jahr 2006 fand ich, es ist soweit. ich brauche eine qualifizierte Hilfskraft. Ich habe mich damals für eine Mitarbeiterin aus dem Ausland entschieden und habe Dorá aus einem ungarischen Tierheim ins Wendland geholt.  Man nennt sie auch Knutschkugel. Sie ist zuständig für die Ruhe und Gelassenheit bei der Arbeit und für die Kundenbetreuung. Liebevoll nimmt sich Dorá meiner Kundschaft an und passt auf, das ich das Klingeln nicht überhöre. Mittlerweile ist sie so souverain, das sie auch die Betreuung der weiteren Mitarbeiter übernommen hat.

Das ist Ingo. Ingo wurde von einem Auto angefahren und liegen gelassen. Zum Glück haben wir ihn gefunden. Dank einer liebevollen Tierärztin und 6 Wochen intensiver Pflege im Atelier clara hat sich Ingo wieder gut erholt. Eigentlich brauchte ich zu diesem Zeitpunkt keine weitere Hilfskraft. Die Auftragslage war ziemlich schlecht. Aber Ingo war schlau. Er hat sich als Kundenfänger beworben. Immer wenn ich einen neuen Auftrag brauche klettert er auf den Schornstein und hält Ausschau nach möglichen Auftraggebern.

Gerade 1/2 Jahr nach dem Einzug von Ingo kam die nächste. Thea - ein Waisenkind. Thea war mit ihren Geschwistern unserem Bauern in den Kuhstall gelegt worden. Die Mutter war verschwunden. Also haben wir Thea mit der Flasche großgezogen. Da in meinem Beruf viel Papiermüll anfällt, hat sie die Aufgabe der Altpapiersammlung übernommen und bewacht deren Aufbewahrung.

Ich fand, das Verhältnis stimmt nicht mehr. Zwei Katzen, die miteinander spielen, eine Hündin die zuguckt. Da muss ein zweiter Hund als Kollege her. Wie der Mensch so ist, er überlegt lange und ausführlich, welcher Hund denn passen könnte. Dorá sollte einen kleinen Hundemann dazu bekommen. Also auf gehts. Diesmal sollte es ein Tier aus dem Landkreis sein. Wir gingen auf die Suche und landeten nach einem Tip vom Hundshuus in der Hundepension Grimm in Ritze die sich auch um Tierschutzhunde kümmert. Dort waren einige kleine Rüden, die auf neue Arbeit warteten. Aber da hatten wir die Rechnung ohne Dorá gemacht. Ein ganz klares Nein. Dann war da noch eine Hündin, zitternd, ängstlich, 7 Monate jung, seit einem Monat in Deutschland, die anderen 6 Monate anscheinend auf Korfu im Tierheim. Dorá hat gesprochen, wenns denn sein muss, dann die. Gesagt - getan. Finja hielt bei uns Einzug. Nach wie vor ist sie recht ängstlich was fremde Menschen anbelangt. Aber ansonsten ist sie die Lebensfreude pur. Ihr Spitzname ist auch Großefreude. Ihre Aufgabe ist es, das Einhalten der Arbeitszeiten zu überwachen. Sobald ich zu lange am Schreibtisch sitze, stubst Finja mich liebevoll an. Dann weiß ich, es ist soweit, ich muss Pause machen und mit den Hunden raus.

Ja und das ist Rosa (Ich meine das Kätzchen im Körbchen). Unser jüngstes Mitglied im Team. Mein Mann meinte, er müßte auch mal jemanden mitbringen und so kam er mit Rosa einem kleinen Septemberkätzchen zu uns. Rosa liebt einfach alle aber am meisten liebt sie die Hunde und davon noch mehr die Finja. Ich habe echt den Eindruck, Rosa mag Hunde mehr als Katzen. Ihr Aufgabenbereich?

Verbesserung des Betriebsklimas. Was sonst!

Hi, ich bins, die Coco oder auch Charlie, weil ich so aussehe wie Charlie Chaplin. Ich nehme das hier mal selber in die Pfote. Habe mein Leben eh selber in die Pfote genommen. Ich bin die Schwester von Rosa und ich will auch hier wohnen, ich finde das echt gut hier und deshalb bin ich hier einfach eingezogen. Die haben nämlich eine Katzenklappe und ich bin ja nicht doof. Und irgendeine blöde Arbeit fällt mir auch noch ein, die ich hier machen kann, sozusagen als Begründung, warum ich hier bin. Die Menschen hier habe ich eh längst um die Pfote gewickelt.

Ja, was soll ich da jetzt eigentlich noch schreiben. Die Tiere haben sich entschieden. Dieses kleine Goldstück auch. Kessy heißt sie und der Hund mit dem ganz besonderen Blick hat sich nach drei Tagen so in unsere Herzen geschlichen, das wir sie nie mehr hergeben werden. Kessy macht unser internationales Team fast vollständig, nun kommt neben Ungarn, Griechenland und Deutschland auch noch Portugal dazu. Mehr Multi-Kulti geht kaum noch. Mal gucken, welche Tätigkeiten Kessy hier irgendwann ausführen wird. Vielleicht wird sie ja die Betriebsratsvorsitzende, denn bei sovielen MitarbeiterInnen brauche ich den wohl bald.

Und wenn es doch mal langweilig wird, kommen die Nachbarn vorbei

Was macht die Cartoonistin bei so einem Anblick? Na was schon. Sie malt.

König der Möpse